Bauen mit Holz – macht das Sinn?

Du möchtest ein Haus bauen lassen, bist aber nicht sicher, ob Holz wirklich das richtige Material dafür ist? Wir klären die wichtigsten Fragen zu diesem natürlichen Rohstoff, damit du eine Entscheidung für dich treffen kannst.

Wächst genügend Holz, um Holzhäuser zu bauen?

Die einfache Antwort lautet Ja. Aber lass uns das anhand von genauen Zahlen ansehen.

Allein bei uns im Kanton Nidwalden wachsen durchschnittlich 4 Kubikmeter Holz pro Stunde nach. Auf das ganze Jahr betrachtet sind das etwa 35'000 Kubikmeter. Geerntet werden pro Jahr aber nur etwa 27'000 Kubikmeter. Und davon werden wiederum gerade einmal 10'000 Kubikmeter zu Baumaterial weiterverarbeitet, während der Rest als Energie- und Industrieholz genutzt wird – zum Beispiel für den Betrieb von Heizungen oder für die Herstellung von Papier. Diese Zahlen liegen schweizweit prozentual gesehen in einem ähnlichen Bereich. Heisst also: Der Wald produziert mehr Holz, als wir nutzen.

Trotzdem dürfen wir nicht verschwenderisch damit umgehen. Denn mit der steigenden Nachfrage nach klimaneutralen und nachhaltigen Bauten nimmt auch der Bedarf an Holz zu. Umso wichtiger ist es, dass wir ressourcenschonend damit umgehen. Wie wir das umsetzen, erfährst du im nächsten Abschnitt.

Inwiefern wird das Klimaholzhaus® ressourcenschonend gebaut?

Unser Grundsatz lautet: Wir verbauen so viel Holz wie nötig und so wenig wie möglich. Mit dem Klimaholzhaus® lässt sich dieses Vorhaben problemlos umsetzen. Denn die Elemente des Klimaholzhauses werden aus den Seitenbrettern des Baumstamms zu einem hochwertigen Bauprodukt zusammengeleimt. Damit verwenden wir einen Teil des Stamms, der sonst nicht für Bauholz verwendet werden würde. Gleichzeitig wird der innere Teil des Stamms zum Beispiel für Sichtbauteile und Balken eingesetzt. Und aus den Schwartenbrettern werden Holzfasern hergestellt, die wir für die Dämmung nutzen. Wir verwenden also fast alle Teile des Baumstamms und es gibt kaum Abfallprodukte.

Einschnitt eines Baumstamms mit Seiten- und Schwartenbrettern
Einschnitt eines Baumstamms mit Seiten- und Schwartenbrettern

Die einzelnen Brettschichten der Holzwand enthalten ausserdem Hohlräume. Diese bieten nicht nur Platz für Installationen. Wir sparen damit auch Holz ein.

Querschnitt einer Klimaholzhaus®-Wand mit Hohlräumen (Grafik: © Lignotrend Produktions GmbH)
Querschnitt einer Klimaholzhaus®-Wand mit Hohlräumen (Grafik: © Lignotrend Produktions GmbH)

Woher stammt das Holz für mein Holzhaus?

Wir verarbeiten grösstenteils regionales Holz aus Schweizer Wäldern. Ein Teil des Holzes stammt aus dem Süddeutschen und ein kleiner Teil aus dem Tirol. Die Halbfabrikate für das Klimaholzhaus® werden im süddeutschen Remetschwil verarbeitet – also nur 12 Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt. Auch vom Werk unseres Dämmstofflieferanten Gutex sind es nur etwa 7 Kilometer bis zur Schweizer Grenze. Die beiden Werke liegen also knapp 15 Minuten auseinander, was kurze Transportwege bedeutet.

Übrigens: Die Firma Gutex verwendet für unsere Produkte ausschliesslich Schweizer Holzschnitzel. Ausserdem wird ins Werk von Lignotrend mehr Schweizer Holz geliefert und weiterverarbeitet, als Halbfabrikate für Klimaholzhäuser in die Schweiz geliefert werden. Mit dem Klimaholzhaus® fördern wir also den Schweizer Wald und die Schweizer Forstwirtschaft.

Ist Holz umweltfreundlich?

Wenn der Baum wächst, entzieht er der Umgebung CO2, das er in seinem Stamm speichert. Stirbt der Baum, gibt er das CO2 wieder an die Umgebung ab. Derselbe Prozess findet statt, wenn der Baum beim Verbrennen als Energieholz verwendet wird.

Verwenden wir ihn als Baustoff, wird das CO2 so lange im Holz gespeichert, wie es verbaut bleibt. Währenddessen kann an der Stelle, an welcher der Baum gefällt wurde, ein neuer Baum wachsen und ebenfalls CO2 speichern.

Aber was passiert, wenn ein Holzhaus abgerissen wird? Ganz einfach: Entweder wird das Holz mit dem gespeicherten CO2 weiterverwendet, zum Beispiel für eine Küche. Oder es wird verbrannt und das CO2 geht wieder an die Umgebung zurück. Du siehst: Der Kreislauf schliesst sich schlussendlich immer.

Hinzu kommt, dass ein Baum mit wenig Energieverbrauch gefällt werden kann. Eine Säge mit kleinem Motor reicht, um einen grossen Baum zu fällen. Auch die Verarbeitung in der Sägerei nimmt nicht viel Energie in Anspruch. Und: Sämtliche Nebenprodukte wie Äste oder die Rinde sind kein Abfall, sondern können sogar zur Energiegewinnung genutzt werden.

Also ja: Holz ist definitiv umweltfreundlich.

Kreislauf in der Holzwirtschaft (Grafik: © Pfleiderer Deutschland GmbH)
Kreislauf in der Holzwirtschaft (Grafik: © Pfleiderer Deutschland GmbH)

Entstehen mit der Zeit Risse im Holz?

Holz nimmt Feuchtigkeit auf, speichert sie und gibt sie bei Bedarf wieder ab. Dabei schwindet und quillt es je nach Richtung zu den Jahrringen mehr oder weniger. Vielleicht hast du solche Risse auch schon bei Baumstämmen im Wald gesehen.

Schwinden und Quellen von Holz (Grafik: © bwd)
Schwinden und Quellen von Holz (Grafik: © bwd)
Risse im Baumstamm
Risse im Baumstamm

Da wir das Schwund- und Quellverhalten des Holzes gut kennen, verbauen wir es so, dass es zu keinen Nachteilen im verbauten Zustand führt. Die Brettlagen sind jeweils kreuzweise verleimt, damit die Kräfte aufgenommen werden können und ein formstabiles Bauteil entsteht. In der obersten Schicht gibt es deshalb keine sichtbaren Risse. Und die kleinen Risse, die im Inneren entstehen, haben keinerlei Einfluss auf die Statik deines Klimaholzhauses.

Brennt Holz schneller als andere Materialien?

Tatsächlich ist das ein weitverbreiteter Irrtum, der sich bis heute standhaft hält. Natürlich brennt Holz. Aber nicht so, wie sich das viele vorstellen. Wenn wir Holz flächig verbauen, brennen in einer Stunde etwa 7 Millimeter davon ab. Sind etwa 20 Millimeter Holz verkohlt, wirkt diese Schicht wie ein Brandhemmer und die Ausbreitung des Feuers wird fast ganz gestoppt. Du kennst das von Holzstücken im offenen Feuer: Sie verkohlen ringsum, brennen aber nicht vollständig ab.

Verkohlte Schicht verzögert den Weiterbrand (Bild: © WSE – Kaunas University of Technology)
Verkohlte Schicht verzögert den Weiterbrand (Bild: © WSE – Kaunas University of Technology)

Sämtliche Bauteile eines Klimaholzhauses haben eine mindestens 40 Millimeter dicke, durchgehende Holzschicht, die auch als Brandisolator dient. Dadurch kann sich das Feuer weniger schnell auf andere Räume ausbreiten. Du musst dir also um deine Sicherheit nicht mehr Sorgen machen als bei anderen Bauweisen.

Kann Holz von Schädlingen befallen werden?

Ja, kann es. Aber: Schädlinge befallen vor allem nasses und feuchtes Holz. Beim Klimaholzhaus® wird das Holz vor Feuchtigkeit geschützt auf der warmen Innenseite verbaut und bleibt somit immer trocken. Für die Schädlinge ist es deshalb nicht interessant.

Auch Holz im Aussenbereich, das nass wird und danach wieder austrocknet, wird nicht von Schädlingen befallen. Wichtig ist nur, dass das Regenwasser ungehindert abfliessen kann. Und wenn ihr mit uns baut, achten wir auf jeden Fall darauf, dass es das kann.

Braucht eine Holzfassade mehr Unterhalt als andere Fassaden?

Das hängt von der Holzart und -qualität sowie von der Behandlungsart ab. Einen wichtigen Einfluss hat auch der konstruktive Holzschutz. So schützt ein Vordach die Fassade vor Witterungseinflüssen.

Ebenfalls entscheidend ist, was dir wichtig ist. Möchtest du eine Fassade, die über Jahrzehnte wie neu aussieht? Oder möchtest du das Holz unbehandelt und bewusst vergrauen respektive natürlich altern lassen, weil dir diese Optik gefällt?

Je nachdem ist etwas mehr oder nur wenig Unterhalt erforderlich. Und es gibt noch eine Alternative: Wenn wir die Fassade bereits vor der Montage mit einem Grauton behandeln, kann das Holz darunter ganzflächig altern, bis sich die vorgegraute Behandlung ausgewaschen hat. Damit fällt die Übergangsphase des unregelmässigen Fassadenbilds mit nur teilweise grauen Flächen weg.

Am besten tauschen wir uns aus, was dir am meisten zusagt. Wir finden bestimmt eine Lösung, die dir gefällt.